Huber geniesst das Abendessen mit seiner Familie

•Oktober 20, 2008 • Kommentar schreiben

Wie fast jeden Abend kommt Huber verspätet nach Hause und die ganze Familie wartet eigentlich nur noch auf ihn mit dem Abendessen. Hubers Frau hat etwas gekocht und nach 10 Minuten wird zu Tisch gebeten. Das Gespräch dreht sich um die Erlebnisse des Tages, was in der Schule so los war, wer sich mit wem gestritten hat usw. Huber hört (auch wie fast immer) mit einem Ohr mit, ist aber mit den Gedanken noch beim Management-Meeting vom Nachmittag. Wieso hat der Leiter der Marketing Abteilung plötzlich so viel Interesse an den Infrastrukturprojekten der Informatik gezeigt? Was führt der wohl im Schilde? Inzwischen hat Hubers Frau begonnen von ihrem Besuch in der Autowerkstatt zu erzählen. Der Werkstattchef sei der Ansicht, dass es vielleicht doch nicht der Thermostat sei (den er ja letzte Woche, nach einem Ksotenvoranschlag von 300 Franken ausgewechselt hat), und das Problem des dauernd laufenden Ventilators von der Klimaanlage komme. Er schlage deshalb vor, das Steuergerät der Klimaanlage auszuwechseln. Das lässt Huber aufhorchen. Sofort hakt er nach, was denn das nun wieder kosten werde. Hubers Frau hat keine Ahnung und Huber gibt ihr den Auftrag das abzuklären bevor sie der Auswechslung zustimme. Hubers Frau beginnt vom nachmittäglichen Arztbesuch mit der 8 jährigen Tochter zu erzählen, aber Huber ist in seinen Gedanken wieder beim Management-Meeting und beim Leiter Marketing. Da hatte dieser doch tatsächlich vorgeschlagen, dass bei zukünftigen Infrastrukturinvestitionen jeweils eine Kosten-/Nutzen-Analyse gemacht werden soll und im Gremium entschieden werden soll, ob anstelle von neuer Infrastruktur nicht besser eine Marketing-Kampagne lanciert werden sollte. Als ob der jemals nur ansatzweise eine Ahnung von Infrastruktur gehabt hätte geschweige denn von ihrem Nutzen. Das hat gerade noch gefehlt, dass sich die Marketingabteilung in die IT einmischt. Diese Truppe die ja eh nur mit den Kunden teuer Essen geht und mit Partnern auf exklusiven Events herumhängt, hat es gerade nötig der IT Tipps zu geben im Bezug auf Wirtschaftlichkeit. Die können das Wort ja nicht einmal buchstabieren. Hubers Frau ist inzwischen beim Arztbesuchbericht an der Stelle angelangt, wo der Arzt den Fortschritt bei er Lungenfunktion der Tochter bestätigt, er aber der Meinung sei, dass sie noch einiges vor sich hat bis sie auch Nachts beschwerdenfrei Atmen könne. Er schlage deshalb eine Weiterführung der Therapie und den Einsatz eines Inhaliergerätes vor. Huber ist gedanklich immer noch bei der Diskussion mit dem Marketingleiter. Der hat doch tatsächlich vorgeschlagen, dass die IT in Zukunft ihre Lieferanten anhalten sollten, alte und nicht mehr benötigte Infrastruktur zurückzukaufen. Als ob die das machen würden. Das sind doch keine Schrotthändler. Der Marketing-Leiter hat dabei konkret die nicht ganz ein-jährigen Server gemeint die im Rahmen des letzten CRM-Projektes beschafft wurden und die nun ungebraucht herumstehen, da das Projekt aufgrund der aktuellen Sparmassnahmen abgebrochen wurde. Aber eigentlich ist die Idee ja nicht ganz so schlecht. Schliesslich haben die Lieferanten uns ja dazumal gedrängt die Infrastruktur frühzeitig zu beschaffen, damit dann alles „ready“ sei wenn das Projekt in die Implementierungsphase kommt (was es ja nun definitiv nie kommen wird). Huber nimmt sich vor, das gleich Morgen mit dem Account-Manager des Lieferanten zu thematisieren. Eigentlich sollte man diese Leute vermehrt in die Pflicht nehmen für die Konsequenzen die entstehen wenn wir als Kunden auf sie hören. Huber wird fast ein wenig euphorisch beim Gedanken damit sein Budget wieder ein wenig zu entlasten. Hubers Frau ist mittlerweile beim Therapie-Programm angekommen und wie sie das in den Tagesablauf integrieren und an den Sportaktivitäten der Tochter vorbeibringen könne. Das Beste wäre wohl, wenn sie das Inhaliergerät jeweils nach dem Nachtessen und vor dem Zubettgehen benützen würde. Huber, immer noch ganz begeistert von der Idee die Lieferanten an den Ersatzkosten zu beteiligen, gibt seiner Frau die Anweisung, der Arzt müsse den eben eingebauten Thermostat kostenfrei wieder ausbauen und zurück an Lager nehmen bevor er der Tochter das neue Steuergerät der Klimaanlage einbaue. Seine Frau starrt ihn mit offenem Mund an und die Tochter fragt, wieso sie ein neues Steuergerät brauche. Aber Huber ist in seinen Gedanken schon wieder Meilenweit von der Familie entfernt und analysiert wo noch weitere solche Sparpotentiale verbogen sein könnten…

Unter Freunden: Und andere Geschichten aus der Business Class

•Oktober 16, 2008 • Kommentar schreiben

Hier noch ein Nachtrag. Dieses Buch war das erste Buch von Martin Suter welches ich gelesen habe. Ich bin aus Zufall darauf gestossen. Eigentlich ein Verlegenheitskauf am Flughafen vor dem Flug in die USA. Ich habe mich aber köstlich amüsiert. Bei einigen Geschichten habe ich mich selber wieder wie in einem Spiegel gesehen (ich verrate nicht welche). Den Schreibstil von Suter in seinen Kurzgeschichten finde ich sensationell. Teilweise so zynisch und oft so treffend und aus dem richtigen Leben gegriffen. Ich denke er sollte mal ein wenig in die Firma kommen für die ich arbeite. Er würde genügend Inspirationen für dutzende weitere Bände der Business Class Geschichten finden…;-)

Richtig leben mit Geri Weibel (Fortsetzung)

•Oktober 16, 2008 • Kommentar schreiben

 

Ja ich habe mir der Fortsetzung begonnen, aber ich denke es macht keinen Unterschied ob man den ersten Teil gelesen hat oder nicht (mir jedenfalls hat nichts gefehlt). Die Geschichten sind sehr amüsant und haben auch einen gewissen Wiedererkennungswert. Oftmals wäre es spannend herauszufinden, welche Orte oder Lokale für die Geschichten Pate gestanden haben, denn ich habe so das Gefühl, dass bei diesen Geschichten oftmals ziemlich viel Reales dahinter steht. Für mich die ideale Lektüre um im Zug zu lesen und zu entspannen.

Die dunkle Seite des Mondes

•Oktober 16, 2008 • Kommentar schreiben


Die dunkle Seite des Mondes hat mir sehr gut gefallen. Vor allem die ersten zwei Drittel. Die Art wie Suter die Veränderung der Hauptperson beschreibt inkl. der Wirkung dieser Veränderung auf das Umfeld ist sehr realitätsnahe. Zugegeben, ich verstehe nichts von Pilzen und schon gar nichts von der Sorte die in diesem Buch beschrieben ist, aber am Schluss des Buches konnte ich mir vorstellen, was der reiz daran sein könnte bzw. wieso es sicher richtig ist, die Finger davon zu lassen.

Ein perfekter Freund

•August 19, 2008 • 4 Kommentare

Letzte Woche habe ich nach langer Zeit wieder einmal ein Buch gefunden und gelesen, welches mich total gefesselt hat. Martin Suter’s Buch „Ein perfekter Freund“ ist eine packende Geschichte über einen Gedächtnissverlust und was dieser so alles (positives und negatives) mit sich bringen könnte. Flüssig geschrieben und zum nachdenken anregend. Zugegeben, der Schluss ist ein wenig abruppt, aber tut dem Gesamteindruck keinen Abbruch. Viel Spass beim lesen.

Endlich Ferien!

•Juli 5, 2008 • Kommentar schreiben

Nun ist es soweit und meine lange ersehnten Ferien haben begonnen. Nur noch 60 Stunden und dann gehts ab mit dem Flieger auf die grosse Reise! Was werden wir wohl erleben? Wie vor jeder Reise bin ich ein wenig aufgeregt und nervös aber ich kann es fast nicht mehr erwarten endlich die Koffer zu packen und zu gehen. All das gewöhnliche für 4 Wochen hinter sich zu lassen lässt ein enormes Glücksgefühl aufkommen obwohl ich mir bewusst bin, dass in 4 Wochen alles noch da ist wie es war…..

Mit Wasser kochen….

•Juli 2, 2008 • Kommentar schreiben

Heute habe ich mich mal wieder gefragt, was den ein Top-Manager oder ein Board-Member von einem „gewöhnlichen“ Mitarbeiter oder Manager unterscheidet. Da hatten wir doch zu 3. ein Gespräch über eine Verhandlungsstrategie mit einem Lieferanten. Der Finanzchef (eigentlich einer der besseren im Umzug) hat klar durchblicken lassen wie er das Vorgehen wünscht. So weit so gut. Alls dann der IT-Mensch nur ein paar Fragen gestellt hat, sind schon die ersten (im ersten Augeblick unschlagbaren) Argumente ins Wanken gekommen. Dann hat sich der Operation-Manager auch noch zu Wort gemeldet, aber den anderen beiden wurde schnell klar, dass er etwas 4 Sätze hinter der Diskussion hinterherhinkt (freundlich wurde er wieder in die Ruheposition geschickt). Der IT-Mensch hat sich dann ein wenig gewundert, wie er da locker über Preisbildung, Deckungsbeiträge und Basispunkte mitplaudern konnte und keiner gemerkt hat, dass er keine Ahnung davon hatte. Nun stellt sich dem IT-Mensch natürlich die Frage, wie denn das so abgeht, wenn die Herren der Teppichetage unter sich sind (z.B. eine VR-Sitzung). Merkt dann auch keiner ob alle nur ein wenig HLB (High Level Bullshit) von sich geben oder ob da vieleicht doch noch etwas mehr dahinter ist? Ich denke mir, dass schlussendlich alle mit dem selben Wasser kochen, nur die einen machen das Einschenken ein wenig eleganter als die anderen……

Die innere Verabschiedung

•Juli 1, 2008 • 1 Kommentar

Auch dieses Mal ist es wieder einganz spezielles Gefühl, wenn ich nun bemerkt habe, dass ich mich innerlich schon verabschiedet habe. Natürlich ist man noch da und gibt alles aber das innere Feuer und die Überzeugung ist weg und es ist da wieder diese Leere……